Rosetta erreicht Orbit für Abdockmanöver

Am 31.10.2014 um 3:59 Uhr MEZ hat Rosetta ein weiteres und planmäßig letztes Manöver durchgeführt um in den Orbit zu gelangen von welchem aus Philae zur Oberfläche des Kometen  67P/Tschurjumow-Gerasimenko abgesetzt werden wird.

Rund 90 Sekunden liefen die Triebwerke der Sonde und bewirkten dabei eine Geschwindigkeitsänderung von 9,3 cm/s. Das Rosetta Flight Dynamics Team konnte an Hand später empfangener Daten den Erfolg der Kursänderung bestätigen. Die Vorbereitungen zur Landung laufen damit wie geplant. Das lässt hoffen, nach den schlechten Nachrichten der letzten Woche von anderen Raumfahrtprojekten, dass die Rosetta Mission erfolgreich verlaufen wird. Eine Garantie gibt es dafür natürlich aber nicht. Drücken wir der ESA weiterhin die Daumen!

Vor dem geplanten Landemanöver am 12. November um 9:35 Uhr MEZ werden möglicherweise noch kleinere Zündungen der Treibwerke durchgeführt werden. Der Orbit Rosettas um den Kometen wird dabei jedoch nicht mehr maßgeblich geändert werden. Nach dem Absetzen von Philae wird Rosetta noch weitere kurze Triebwerkszündungen durchführen um die Landung von Philae im Blick und den Funkverkehr zu Erde halten zu können. Das Absetzen des Landemoduls wird aus einem Abstand von ca. 22,5 km erfolgen.

rosetta_delivery_orbits

Landung auf 67p

Die Kommandos solcher Manöver, wie auch des Landevorgangs an sich, werden übrigens eine ganze Weile vor der Durchführung an Rosetta übermittelt und von der Raumsonde wie dem Landemodul selbständig ausgeführt. Anschließend kontrolliert das Mission Control Team die empfangenen Daten und kann dann erst den Erfolg der jeweiligen Manöver verifizieren. Der Grund für diese Verzögerungen liegt in der enormen Distanz unseres Heimatplaneten zu der Sonde. Die Funksignale von der Erde zur Sonde (und umgekehrt) sind rund eine halbe Stunde im All unterwegs bevor sie bei Rosetta (oder umgekehrt der Erde) ankommen. Eine direkte Steuerung und ein Eingreifen bei unvorhergesehenen Ereignissen ist aufgrund dieser Distanz daher nicht möglich. Wenn also das Landemanöver am 12.11. um 9:35 Uhr beginnt, werden wir auf Mutter Erde die ersten Signale davon etwa gegen 10:05 Uhr erhalten. Der ESA-Stream aus Darmstadt wird uns am Uni Campus Griebnitzsee hingegen nur wenige Sekunden später erreichen.

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