Antares-Rakete explodiert kurz nach dem Start

Wenige Sekunden nach dem Start explodierte gestern die Antares-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens Orbital Sciences. Mit ihr wurde der unbemannte Transporter „Cygnus“ sowie 2,2 Tonnen Versorgungsmaterial sowie Teile der Startplattform MARS LP01 zerstört.

Der Start verlief zunächst planmäßig bis es zu einer Explosion und dem Absturz der Trägerrakete kam. Verletzt wurde niemand, dennoch ist es ein herber Verlust für die Wissenschaftler*innen deren Versuchsaufbauten mit dieser Mission zur Internationalen Raumstation ISS transportiert werden sollten sowie für das gesamte Team. Wasser, Sauerstoff und Lebensmittel werden den Astronaut*innen auf der ISS jedoch nicht ausgehen. Heute startet der russische Versorgungsflug „Progress 57“ (ISS-57P) und im Dezember folgt mit „Space X“ die nächste amerikanische Rakete zur ISS.

Der Absturz der Antares-Rakete führt uns einmal mehr vor Augen welche enormen Leistungen und Anstrengungen nötig sind um Raumfahrt zu betreiben. In ihrem ersten Statement konnte das Unternehmen Orbital Science erwartungsgemäß noch keine Ursache für den Fehlschlag der Mission nennen. Auch auf der Pressekonferenz (02:20 Uhr) konnten keine weiteren Auskünfte gegeben werden. Die Ursachenforschung geht jetzt erst richtig los. Neben unzähligen Sensordaten stehen den Verantwortlichen auch zahlreiche Aufzeichnungen aus den unterschiedlichsten Kameraperspektiven von der Startrampe zur Verfügung. Welche wirklich beeindruckenden Bilder bei einem Raketenstart entstehen zeigt die NASA DVD „Ascend“. Die DVD ist gemeinfrei und kann kostenlos heruntergeladen werden, sie entstand zum Ende des Space Shuttle Programms der NASA und erklärt im Detail und aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln (wie verschiedenen Kommentarspuren) was beim Start eines Space Shuttels vor sich geht und welcher Aufwand betrieben werden muss um unter den Bedingungen einer startenden Rakete jedes Detail im Blick zu haben.

So bedauerlich der Verlust der Rakete auch ist, so sicher können wir sein, dass auch aus diesem Misserfolg Erkenntnisse gewonnen werden können die künftige Missionen wieder ein Stück weit sicherer mache werden. Drücken wir die Daumen für das Rosetta-Team, dass diese Mission weiterhin so erfolgreich verläuft wie bisher und wir am 12. November die erste Landung einer Sonde auf einem Kometen feiern können.

Update 1: Inzwischen hat die russische Versorgungsmission erfolgreich an der Internationalen Raumstation angedockt.

Update 2: Mittlerweile gibt es ein weiteres Statement von Orbital Sciences sowie eine Überblicksfoto von der Startrampe nach dem Unfall. Die Schäden an der Plattform sind offenbar deutlich kleiner als befürchtet.

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